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KI-generierte Websites - gute Idee oder eher so… naja?

Kurzer Hinweis zu diesem Text: ich wurde eingeladen, um im BIEG-Expertenvideo über KI-generierte Websites zu sprechen… als eine von zwei Expertinnen (deshalb steht in der ersten Frage auch „eurer Sicht“, Frage 2 & 3 werden an die andere Expertin gestellt, ich gebe hier trotzdem kurz meinen Senf dazu ab). Dieser Text entsteht vor dem Interview-Termin und ist eine Sammlung meiner Gedanken und Takes zu den Fragen, die uns gestellt werden.

Sobald das Video online ist, werde ich es natürlich auch verlinken.

Lass uns reinstarten!

Frage 1: Was sind aus eurer Sicht die größten Vor- und Nachteile von KI-generierten Websites?

Vorteile:

  • Riesige Zeitersparnis, weil die KI schon einiges abnehmen kann. Zum Beispiel, wenn man mit einem Website-Builder arbeitet und sie die technische Basis übernimmt.
  • Mit KI ist es auch für Laien sehr einfach, eine solide Website zu erstellen. Das spart gerade dann, wenn man das Business gerade startet, viel Geld und ist eine super Gelegenheit, die Geschäftsidee zu validieren.
  • Man startet nicht bei Null. Viele KI-Builder füllen die Website schon mit KI-generierten Texten und Bildern, sodass man ein gutes Gespür dafür bekommt, welcher Inhalt an welche Stelle gehört.

Nachteile:

  • KI ist ein Tool und kennt dein Business nicht (auch wenn es sich so anfühlt). Das heißt, dass sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht die Qualität liefern kann, die eine gut performende Website braucht.
  • KI-Inhalte sind halt KI-Inhalte. Ihnen fehlt der persönliche Touch, Authentizität und eigene Erfahrungen. Wenn man die generierten Inhalte - egal, wie gut sie sich lesen - einfach übernimmt, besteht die Gefahr, an der Zielgruppe vorbei zu kommunizieren.
  • KI-generierte Websites sind oft sehr generisch. Das liegt halt daran, dass die KI nicht mitdenkt, sondern feste Berechnungen abruft. Hat man keine Ahnung von Website-Strategie oder -Design, verschwindet man schnell im Einheitsbrei.
  • KI bringt technischen Ballast mit. Viele KI-Builder erzeugen im Hintergrund unsauberen oder überladenen Code, was wiederum Auswirkungen auf Ladezeiten und damit die SEO-Performance haben kann.
  • die Urheberrechtliche Lage von KI-generierten Bildern und Texten ist noch nicht komplett klar.

Frage 2: Welche Rolle kann KI bei der Verbesserung der Customer Experience auf Websites spielen?

Hand auf’s Herz: ich lasse meine Sitemaps und Wireframes durch ein KI-Tool gestalten (muss natürlich jedes Mal intensiv hinterher arbeiten, aber als Basis komplett fein). Dadurch, dass KI mit so vielen guten Beispielen, Best Practice und anderen Faktoren gefüttert wird, ist es einfach, zumindest einen guten, interessanten und nutzerführenden Aufbau der Website hinzukriegen.

Aber Customer Experience ist halt mehr als ein logischer Aufbau, es ist das ganzheitliche Erlebnis, das man als Kundin mit einem Unternehmen hat. Im Digitalen, wie im Analogen. Mit Blick auf’s Digitale sind hier alle direkten und indirekten Interaktionen gemeint, zum Beispiel ein reibungsloser Kaufprozess im Online-Shop, eine einfache Kontaktaufnahme, Konsistenz in der Qualität und dem Erlebnis über alle Devices hinweg. Dabei entscheidet nicht nur das, was auf der Website passiert, oder wie smooth ein Prozess ist, sondern vor allem auch, wie sich die Kundinnen und Kunden dabei fühlen.

KI kann zum Beispiel oft gestellte Fragen abnehmen, wenn sie als Chatbot eingebunden wird oder sie kann einfache Aufgaben im Kundenservice übernehmen. Man kann sie im Hintergrund der Website einsetzen, um verschiedene Prozesse zu triggern oder zu optimieren, was sich auch auf die Customer Experience auswirkt. Auch hier: KI ist ein Werkzeug, keine Lösung. Wenn KI auf Zufriedenheit, Vertrauen und emotionale Bindung einzahlen kann, fein!

Frage 3: Viele KI-generierte Websites wirken sehr ähnlich. Wie wichtig sind Individualität und Markenidentität für die Customer Experience und kann KI das überhaupt leisten?

Wer schonmal eine Brand Identity mit KI erstellt hat, weiß sicherlich, dass KI diesen Job nicht übernehmen kann. Hinter Web- und Markendesign stehen strategische Überlegungen, Erfahrung, Zielgruppenverständnis und Hineindenken in das jeweilige Business, seine Ziele und Herausforderungen.

„Viele KI-generierte Websites wirken sehr ähnlich“ sagt es ja auch schon: Differenzierung funktioniert im ersten Schritt über Look & Feel der Website und damit werden bereits viele Emotionen angesprochen. Zum Beispiel, ob ich der Website und damit verbunden dem Unternehmen dahinter vertraue.

Wenn eine Website oder eine Markenidentität austauschbar sind, ist es das Angebot vielleicht auch? Wenn eine Website so generisch ist, warum sollte ich als Kundin denken, dass das ein ernsthaftes Business ist und hier Geld investieren? Nicht zu vergessen: manchmal muss eine Marke polarisieren, um im Kopf zu bleiben, KI arbeitet meist geschmacksneutral.

Frage 4: Welche Rolle kann KI bei der Strukturierung von Website-Inhalten spielen, damit sie für Suchmaschinen besser verständlich sind?

Ich persönlich nutze KI hauptsächlich zur Text-Gliederung nachdem mein Thema und die Keywords, die ich ansprechen möchte, klar sind. Hierfür promte ich Thema, Zielgruppe, inhaltliche Abschnitte und Keywords rein und lasse mir weitere relevante Aspekte rausgeben, die ich vergessen habe oder nicht auf dem Schirm hatte. Nachdem ich sie gecheckt und ggf. entfernt habe, lasse ich mir die Textgliederung ausgeben, oft auch schon mit Überschriften. Auf dieser Basis erstelle ich dann die Inhalte, indem ich sie selbst in meinen eigenen Worten schreibe. Nachdem ich damit fertig bin, frage ich die KI oft noch, ob der Text so verständlich ist.

KI kann ein guter Sparringspartner sein, wenn es um die Strukturierung der Inhalte geht, man sollte trotzdem den eigenen Kopf einschalten und nicht alles unreflektiert übernehmen, was Chatti, Gemini, Claude und ihre Freundinnen so raushauen.

1. Semantische Analyse & Themen-Clustering

Google & co nutzen NLP (Natural Language Processing), um nicht mehr nur Keywords, sondern Konzepte zu verstehen.

KI hilft dabei, Themencluster zu erstellen, indem sie analysiert, welche Unterthemen abgedeckt sein müssen, damit ein Inhalt von Google als autoritär gesehen wird. Sie kann auch dabei helfen, die Suchintention hinter den einzelnen Begriffen zuzuordnen und entsprechende Headlines oder Stichpunkte, nach denen man den Inhalt erstellen kann, auszurichten. Das heißt, sie unterstützt dabei, ein Thema vollumfänglich abzudecken. Google schaut heute nicht mehr darauf, ob Keyword XY mit einer Keyword-Dichte von 2-3% im Text vorkommt, sondern ob ein Text das Thema semantisch abdeckt.

2. Automatisierte Strukturierte Daten (Schema Markup)

Ehrlich gesagt ein Thema, was mich in meiner SEO-Zeit total genervt hat, weil es immer fummelig war und am Ende doch nicht funktioniert hat.

Damit Google Dinge wie Bewertungen, Preise oder FAQ-Boxen richtig erkennen und anzeigen kann, müssen diese Dinge im Code besonders markiert sein. KI kann das in wenigen Sekunden zuverlässig abliefern.

Dazu kommt das Thema Entitäten: Eine KI erkennt im Text automatisch Personen, Orte, Organisationen oder Produkte und verknüpft sie im Code so, dass Google die "Beziehungen" zwischen diesen Fakten versteht.

3. Interne Verlinkung optimieren

KI kann dabei helfen, eine sinnvolle interne Verlinkung aufzubauen und einzurichten. Dafür wird die komplette Seite gescannt und automatisch Vorschläge für interne Links gemacht. Wenn sie tatsächlich passen, kann man sie mit einem Klick einfügen. Das hilft Crawlern, auch tieferliegende Inhalte schneller zu erfassen und vererbt den Linkjuice innerhalb der Website besser. Nicht zu vergessen: wir optimieren für Menschen, nicht für Google - eine smarte interne Verlinkung führt Besucher:innen auf den nächsten Text, der für ihn oder sie relevant ist. Das senkt die Absprungrate, man hat länger Zeit, mit dem Content zu überzeugen und vertrauen aufzubauen.

Auch beim Thema Ankertexte kann KI unterstützen. Sie bringt Relevanz in die Ankertexte ohne dabei zu optimiert zu wirken und ohne dass jeder Link „hier lesen“ heißt.

4. Inhaltliche Audits & Content Gaps analysieren

Man kann die KI die Arbeit von einem Content-Audit und Konkurrenzanalyse übernehmen lassen und sie darauf ansetzen, die top rankenden Inhalte zu einem Thema zu analysieren. Mit den Ergebnissen kann man den eigenen Inhalt besser machen.

Für all diese Punkte gilt: KI macht einen guten Job, kann aber auch Fehler machen.

Frage 5: KI kann Inhalte sehr schnell produzieren. Wird es dadurch schwerer, sich bei Google von der Konkurrenz abzuheben und was wird künftig der entscheidende Rankingfaktor sein?

Es gibt verschiedene Zahlen dazu, wie viele der bestehenden Inhalte im Internet bereits heute KI-generiert sind:

  • Über 50% der neuen Web-Artikel: Eine Analyse des SEO-Unternehmens Graphite zeigte, dass seit November 2024 mehr als die Hälfte aller neu veröffentlichten Web-Artikel von künstlicher Intelligenz verfasst wurden.
  • 30-40% der Texte auf Websites: Forschende der Charles Sturt University schätzen, dass bereits 30 bis 40 Prozent der Texte auf aktiven Websites mithilfe generativer KI entstanden sind.
  • Prognose bis 2026: Frühere Prognosen von Europol deuteten darauf hin, dass bis zu 90 Prozent der Online-Inhalte bis 2026 synthetisch sein könnten, was sich primär auf spezifische Sektoren (Spam, automatisierte Inhalte) beziehen könnte.

Gerade, wenn man mal ein bisschen in die Dead Internet Theory schaut, sich mit AI-Slop auseinandersetzt oder schonmal Googles offizielle Bezeichnung „Information Gain“ gehört hat, stellt man fest, dass KI nicht die Lösung ist, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es sind die Infos, die die KI nicht liefern kann. Ich prognostiziere, dass menschliche Inhalte, also Persönlichkeit, echte Meinungen, echte Erfahrungen und Authentizität in Zukunft noch stärker zum entscheidenden Rankingfaktor werden, vor allem dann, wenn die Themen komplex werden. Das predigt Google übrigens auch schon seit sie E-A-T (Expertise, Authority, Trustworthiness), bzw. E-E-A-T (Experience, Expertise, Authority, Trustworthiness) erfunden haben. Für allgemeine Anfragen, die leicht von einer KI zu beantworten sind, braucht es das nicht. Für alles, was tiefer geht, sollte in Vertrauen investiert werden. Und das bekommt man durch Menschlichkeit.

Mein Take-Away

Künstliche Intelligenz ist im Website-Kontext an vielen Stellen ein super hilfreiches Tool, was viele Aufgaben übernehmen kann, es ersetzt jedoch nicht den menschlichen Hirnschmalz hinter richtig guten Websites. Den Websites, die nicht austauschbar sind. Den Websites, die die Zielgruppe emotional packen. Den Websites, deren Content bei detaillierten Anfragen wirklich weiterhilft.

Sie ist super, wenn man ein MVP erstellen möchte, taugt aber wenig, wenn das Angebot komplex ist. Menschen kaufen von Menschen, da ist eine komplett KI-generierte Website dazwischen eher ein Störfaktor.

Und auf inhaltlicher Seite kann ich nur sagen, dass in einem Internet voller Shrimp-Jesus und Skibidi-Toilet Slops der größte Wettbewerbsvorteil ist, wenn man von seiner Zielgruppe ernst genommen wird, wenn sie einem vertraut und gerne ihr Geld da lässt.

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